28.01.2026
Schwerlastverkehr: Politik und Wirtschaft diskutieren Wege zur Dekarbonisierung auf BDO-Veranstaltung
Am 27. Januar fand in Berlin die von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO gemeinsam mit dem DSLV Bundesverband Spedition und Logistik e. V. veranstaltete Diskussionsveranstaltung „Dekarbonisierung des Schwerlastverkehrs – vom Stau auf die Überholspur?“ statt. Im Mittelpunkt stand der von der Bundesregierung vorgelegte Kabinettsentwurf zur Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungs-Quote (THG-Quote), mit dem die Renewable Energy Directive III in nationales Recht umgesetzt werden soll. emobilitaet.online war vor Ort und fasst die zentralen Aussagen zusammen.
Ziel der geplanten Gesetzesänderung ist es, den Markthochlauf klimafreundlicher Antriebe und Energieträger im Schwerlastverkehr zu beschleunigen. In seiner Keynote ordnete Christian Hirte, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, den Entwurf vor dem Hintergrund der laufenden parlamentarischen Beratungen ein. Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden diskutierten anschließend die möglichen Auswirkungen auf Transport-, Logistik- und Energieunternehmen.
Ein zentraler Konsens des Podiums bestand in der Bedeutung von Technologieoffenheit im schweren Nutzfahrzeugbereich. Je nach Einsatzprofil seien unterschiedliche Antriebstechnologien erforderlich, um die Dekarbonisierung voranzubringen. Eine einseitige Festlegung auf einzelne Lösungen wurde kritisch gesehen, auch mit Blick auf Versorgungssicherheit und geopolitische Abhängigkeiten.
Die THG-Quote selbst spielte in der Diskussion eine eher untergeordnete Rolle. Positiv hervorgehoben wurde jedoch die geplante Verlängerung des Instruments bis 2040, die aus Sicht der Teilnehmenden langfristige Planungssicherheit schaffen kann. Darüber hinaus wurde erörtert, inwieweit Technologieoffenheit auch in der Ausgestaltung von Förderprogrammen und fiskalischen Maßnahmen, etwa bei der Lkw-Maut, stärker berücksichtigt werden sollte.

