21.05.2026
Über 600 öffentliche Ladepunkte: Landkreis Harburg setzt auf strategisch vorbereitetes Konzessionsmodell
Der Landkreis Harburg treibt den Ausbau öffentlicher Ladeinfrastruktur nach einer europaweiten Ausschreibung voran. Im Rahmen des sogenannten „Harburger Modells“ wurden jetzt drei Konzessionen für den Aufbau und Betrieb von rund 200 Standorten mit insgesamt mehr als 600 Ladepunkten vergeben. Den Zuschlag erhielten Vattenfall Smarter Living, Qwello Deutschland und Wirelane. Die ersten Ladepunkte sollen noch 2026 in Betrieb gehen, der vollständige Ausbau ist bis 2030 geplant.
Das Projekt zählt zu den größten kommunalen Ladeinfrastrukturvorhaben in Niedersachsen und gilt als Beispiel für strategisch geplanten Infrastrukturausbau im ländlichen Raum. Begleitet wird das Vorhaben vom Berliner Beratungsunternehmen M3E, das den Landkreis seit 2024 bei Markterkundung, Standortplanung, europaweiter Ausschreibung sowie im laufenden Projektmanagement unterstützt.
Grundlage des Projekts war eine detaillierte Analyse des zukünftigen Ladebedarfs im Landkreis und den beteiligten Kommunen. Dabei wurden Wohngebiete, Verkehrsachsen, bestehende Ladepunkte sowie potenzielle Gewerbestandorte berücksichtigt. Auf dieser Basis entstand ein priorisierter Ausbauplan für wohnortnahe Ladeangebote und Schnellladeinfrastruktur entlang zentraler Verkehrskorridore.
Besonderes Augenmerk lag auf der Struktur des Vergabeverfahrens. Die Ausschreibung wurde in drei geografische Lose aufgeteilt, um Wettbewerb zu fördern und gleichzeitig wirtschaftlich tragfähige Betreiberkonzepte sicherzustellen. Ziel des Landkreises war es, eine langfristig bezahlbare und leistungsfähige öffentliche Ladeinfrastruktur aufzubauen.
Mit dem Start der Umsetzungsphase geht das Harburger Modell nun in die Realisierung. Für Kommunen könnte das Projekt als Blaupause dienen, wie sich komplexe Ladeinfrastrukturvorhaben mit mehreren Stakeholdern strategisch planen und umsetzen lassen – insbesondere in Regionen außerhalb urbaner Zentren.

